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The Secrets of "Little England"

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“Gently, Sir!”. Bala klingt jetzt so sanft, als wolle er der Kugel nur mit seiner Stimme den richtigen Effet geben um die gestreifte Vier zu versenken. Die cricket-weiße Uniform des dunkelhäutigen Singhalesen sitzt akkurat, so verlangt es die Etikette von einem “Master of the Table”. Der Snooker-Tisch, an dem wir uns versuchen leuchtet so grün, wie draußen der säuberlich gestutzte Rasen der üppigen Gartenanlage des ehrwürdigen Grand Hotel in Nuwara Eliya. Gleich nebenan liegen der Golf-Parcours, die Galopp-Rennbahn und der Victoria Park. 

Nuwara Eliya

Nuwara Eliya wird in vielen Reiseführern als „Little-England“ bezeichnet, denn auch wenn die kleine Stadt nichts mit den modernen britischen Städten g...Weiterlesen

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Wir sind für ein paar Tage den tropischen Temperaturen an Sri Lankas Küsten entkommen und genießen tagsüber den Sonnenschein bei erfrischenden 19 Grad. Die 1.900 Meter hoch gelegene Bergregion wird auch „Little England“ genannt und ist weltweit für ihren Tee-Anbau bekannt. Es gibt aber noch eine ganze Reihe weitere Gewächse, die auf dieser Insel nur hier gedeihen: Rote Beete, Tomaten, Blumenkohl, rote Rosen, Karotten. Und es gibt hier noch etwas, etwas was gar nicht hier hingehört: medizinische Heilkräuter, die nur im Himalaya wachsen. Wie kommen die nach Sri Lanka? Eines der wichtigsten epischen Sagen des Hinduismus gibt Antwort: die allseits geliebte indische Prinzessin Sita war von König Ravana entführt und nach Lanka gebracht worden. Der zurückgebliebene Ehemann Rama, die siebte Inkarnation des hinduistischen Gottes Vishnu, führt daraufhin seine Armee über eine Landbrücke auf die Insel um Sita zu befreien. Die Kämpfe gegen das Böse fordern Verletzte und so schickt Rama seinen treuen Gehilfen, den Affengott Hanuman, nach Heilkräutern in den Himalaya. Hanuman vergisst, welche Kräuter er besorgen soll und reißt einen ganzen Felsen aus, von dem er bei seiner Rückkehr auf die Insel Stücke fallen lässt. Und nun wachsen also Himalaya Kräuter in den Hakgala Botanical Gardens etwa zwei Stunden Fußweg vom Grand Hotel entfernt. Wir haben uns für heute einen kürzeren Spaziergang ausgesucht. Er beginnt am kolonialen Postamt aus dem Jahr 1894, das seine Funktion im Gegensatz zum anliegenden, früheren Gouverneurs-Sitz, indem sich heute eine Bank befindet, erhalten hat. Weiter geht es zum Gregory Lake, an dessen Ufer ein frisch vermähltes Paar in der Abendsonne posiert. Wir wollen von unserem Reiseführer Aruna wissen, warum die Braut ein rotes Kleid trägt und erfahren, dass der zweite Teil einer Hochzeit einen Garderobenwechsel der beiden Protagonisten verlangt. Er wird „Going-Away“ genannt, obwohl die meisten Paare ihre Flitterwochen auf der heimischen Insel verbringen und es oft auch nur Flittertage sind. Wo soll man auch hin, wenn man ja schon im Paradies lebt. Dafür wird hinterher nochmal gefeiert und zwar auf der „Coming-Back“ Party, die vor allem für Arbeitskollegen und entferntere Freunde gegeben wird. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass wir den High-Tea, der in den Hotels ringsum um 17 Uhr auf die gute alte englische Art zelebriert wird, heute verpasst haben. Überhaupt muss man sich an die plötzlich dem Urlauber auflauernden britischen Traditionen erst etwas gewöhnen. Hätten wir unsere Zimmer im 1867 gegründeten Hill´s Club gebucht, hätten wir auch Jacket und Krawatte einpacken müssen um abends im Restaurant des Hauses zu essen. Das Grand Hotel ist da entspannter, wobei man auch hier auf hochrangige Gesellschaft trifft. Executive Chef Priyantha Weerasinghe, der uns schon am Morgen mit dem wohl besten Frühstück der Insel begeistert hat, erzählt uns von einem Mitglied der königlichen Familie von Katar, für das er gerade das teuerste Dessert der Welt vorbereitet. 24.000 Dollar lässt sich der Potentat eine Nascherei mit dem wenig originellen Namen „Marry Me“ kosten um im Dezember seiner zweiten Frau einen Antrag zu machen. Da bestellen wir uns lieber im holzgetäfelten Keller-Pub einen Bourbon Whisky auf Eis und spielen Snooker an einem der drei, über 100 Jahre alten Tische. Zwischen zwei verhunzten Stößen erzählt uns Bala von den illustren Herrschaften, die damals im pechschwarzen Hintergrund in den Zuschauerrängen saßen und einen solchen Abend als gesellschaftlichen Höhepunkt empfanden; von den aus Rangoon Teak gefertigten Coes und den aus Elfenbein geschnitzten Billardkugeln, die von der königlichen Familie gespielt wurden und heute unter einer Glasvitrine verschlossen zu bewundern sind. Als die schwarze Acht schließlich Ihren Bestimmungsort findet, ist es spät geworden. Morgen wollen wir schon um 6 Uhr früh zum Ende der Welt (Horton Plains) aufbrechen. 

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